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Little Miss Beauty – die Coolman 13“ von Kuhlmann Modellbautechnik

Coolman Ein Vollholz-Boot mit gerade einmal 34 cm Länge und noch dazu mit Jet-Antrieb – das klingt schon ziemlich ausgefallen. Wenn der Bausatz dann noch aus einer Edelschmiede wie Kuhlmann Modellbautechnik stammt, kann es nur etwas ganz besonderes werden. Und es wurde dann auch eine ganz neue Erfahrung.

 

 

 

Der erstklassig gefräste Bausatz - viel ArbeitSo kam dann nun der Baukasten in der Redaktion an und wurde gleich einmal begutachtet. In selbigem finden sich perfekt gefräste Holzteile, alle bereits sauber von Graten befreit und ordentlich in Tüten verpackt. Zudem liegen dem Modell eine für Schiffsmodelle extrem ausführliche Anleitung mit vielen farbigen 3D-Zeichnungen, Beschlagteile, eine Windschutzscheibe aus Polykarbonat und einige geplottete Schriftzüge bei.

 

Die Spanten sind aus sehr hochwertigem Birkensperrholz gefertigt und auch die Vierkantleisten machen sofort einen guten Eindruck. Nichts ist krumm oder wie von vielen anderen Herstellern irgendwie unförmig. Die Qualität jedes einzelnen Bauteils ist sehr beeindruckend.

 

Der Bau

Die Helling wird auf eine glatte massive Holzplatte geklebtNachdem nun alles auf Vollständigkeit und Verarbeitung geprüft war, konnte es endlich los gehen. Es sollte die erste von vielen Baustunden werden. Die ersten Schritte sind noch recht einfach. Zunächst ist der Zusammenbau der Helling angesagt. Die beiden Hälften werden zusammengeklebt und dann auf eine plane, verwindungsfreie Holzplatte geklebt der getackert. Das ist deshalb so wichtig, weil der Bau-Untergrund absolut glatt sein muss, um später ein gerades Boot zu erhalten. Klebt man die Helling auf ein leicht schiefes Brett, ist später das gesamte Boot krumm und wird nie vernünftig fahren.

Ist die Helling sauber auf der Bauplatte fixiert, werden die Spanten in die vorgefrästen Nuten in selbiger eingesteckt. Wichtig ist hier, dass die einzelnen Spanten ganz hineingesteckt werden, damit alle in einer Linie stehen. Auch hier ist sehr sorgfältiges Arbeiten nötig, denn diese einfachen ersten Schritte beeinflussen das Endergebnis nachhaltig.

Im nächsten Schritt werden dann die Teile der Kielsteven und Decksbalken verklebt. Sind diese dann plan fluchtend zusammengefügt, werden sie in den Spanten mit Sekundenkleber in Position fixiert. Es folgen dann die unzähligen Stringer aus Die Spanten werden in die Helling gesteckt und ausgerichtetden Kiefernleisten. Zuvor sollte man immer wieder einmal die Stellung der Spanten mit einem 90° Winkel überprüfen. Nun gilt es, die Stringer sauber in die Ausfräsungen der Spanten einzupassen, sodass diese der Rumpfkontur folgen und nirgends überstehen. So erspart man sich später beim Beplanken viel Schleifarbeit. Am Bug müssen der Kiel und die Stringer zueinander spitz zulaufend geschliffen werden, damit später auch die Beplankung sauber spitz zulaufen kann.

Ganz hinten am Rumpf sitzt bekanntlich der Heckspiegel. Dieser ist dann auch das erste Bauteil, das mit Mahagoni beplankt wird. Wenn die Stringer mit dem Heckspiegel plangeschliffen sind, kann die Mahagoni-Platte angepasst werden. Diese hat etwas Übermaß und wird mit Holzleim so aufgeklebt, dass die Bohrung für den Jet im Heckspiegel mit der im Mahagoni sauber mittig aufliegt. Das Ganze sollte mit Klammern fixiert werden und in Ruhe aushärten. Nach dem Aushärten wird das Mahagoni mit dem Konturverlauf des Heckspiegels verschliffen.

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Nach dem Verschleifen des Rumpfes wird der Boden mit den vorgefertigten Mahagoni-Platten beplankt. Die Platten müssen vor Spanten und Stringer sind verklebt und werden verschliffendem Verkleben angepasst werden. Ein erstes Auflegen auf den Rohbau lässt das Übermaß gut erkennen. Die Stöße am Kiel müssen vor dem Verkleben so angeschrägt werden, dass die beiden Platten eine saubere Kante über dem Kiel bilden. So kann die erste Bodenplatte mit langsam aushärtendem Klebstoff aufgebracht werden. Dabei sollte die Hälfte mit Wäscheklammern oder Ähnlichem fixiert werden und in Ruhe aushärten können. Wenn das geschehen ist, muss die zweite Hälfte eingepasst und eventuell etwas nachgeschliffen werden. Das Verkleben der zweiten Bodenplatte ist etwas schwieriger als das der ersten, da die Platte am Kiel nicht mehr mit Klammern gehalten werden kann. Hier empfiehlt es sich, die Planke mit durchsichtigem Paketband anzudrücken. So sieht man auch, ob das Holz an allen Stellen aufliegt.

Wenn alles ausgehärtet ist, folgt die erste Schleiforgie – das Planschleifen der Bodenplatten zu den Seitenwänden.
Genauso verläuft die Beplankung der Seitenwände. Auch hier müssen die Seitenwände am Bug zueinander auf Gehrung geschliffen und die Überstände angepasst werden. Um zu verhindern, dass das Mahagoni wegen der Spannung an der Rundung Das Beplanken erfordert viel Zeit und genaues Arbeitenam Heck einreißt, habe ich es von außen etwas gewässert. Auch hier macht wieder ein Fixieren mit Packband Sinn, da man so die Position der Planken besser überprüfen kann. Auch nach diesem Bauschritt muss wieder geschliffen werden.
Zwischendurch sollte der Bootsständer gebaut werden, da das Modell nun von der Helling genommen wird. Das geht relativ einfach, einfach die Beinchen der Spanten mit einem Saitenschneider mittig abzwicken. Wenn man dann das Boot in der Hand hält, sollten die Reste der Beine knapp über dem Spant abgetrennt und zusammen mit den Seitenwänden verschliffen werden. Nun sieht das ganze doch schon wie ein Boot aus.

Bevor jetzt allerdings das Deck aufgesetzt wird, muss der Jetantrieb eingebaut werden. Die COOLMAN ist quasi um den kleinen 28 mm Bauer-Jet herum konstruiert worden. Die gesamte Einheit passt wie angegossen in den Motorraum. Wobei hier Der Bauer Jet im gebauten Modellangegossen wohl der falsche Ausdruck ist, denn der komplette Antrieb wird im Modell mit Harz eingegossen.
Nachdem das Harz getrocknet war, der Rumpf versiegelt werden. Hierfür verwendeten wir den UV-beständigen Bootslack G8 von Voith. Dieser zieht durch das komplette Holz und plastiniert es geradezu. Der gesamte Rumpf wurde in mehreren Schichten innen und außen mit dem Bootlack gestrichen. Der G8 kann nass in nass mit kurzen Pausen zwischen den einzelnen Lackschichten lackiert werden. Zum vollständigen Aushärten benötigt der Lack mindestens 24 Stunden.

Das Deck

Vor dem Aufkleben muss natürlich das Deck noch einmal der Kanten nach plan geschliffen werden, damit die Decksbeplankung überall sauber aufliegt und so später keine Dellen in der Decke entstehen können. Vor dem Aufbringen des Decks muss dessen Unterbau angebracht werden, also die Auflageflächen für den späteren Cockpit-Einsatz der Unterbau des Decks. Die Decksplatten selbst werden an ihren Stoßkanten leicht angeschrägt, damit hier später kein Spalt entsteht. Bevor das Deck aufgeklebt wird, muss auch dieses zunächst von unten versiegelt werden. Nach dem Trocknen sollten die beiden Decksplatten vor Jede Menge Staub und Arbeit später - fertigdem Verkleben exakt angepasst werden. Befestigt wird das Deck mit eingedicktem Epoxy. Wichtig ist, dass die Hälften genau auf der Mitte des Decksbalkens aufliegen, damit später die Ahorneinleger schön zur Mitte hin verlaufen. Zum Fixieren der Platten während des Trocknens kommt wieder das bewährte Paketband zum Einsatz. Nachdem die erste Deckshälfte ausgehärtet ist, kann die zweite genauso montiert werden. Nach dem Aushärten geht es dann wieder ans Schleifen. Zunächst werden die Konturen grob angepasst, dann sauber geglättet.

Jetzt ist es Zeit, die Ahorneinleger in die vorgefrästen Nuten im Deck einzukleben. Wichtig ist hier, die Stöße genau auf Gehrung zu feilen, damit keine Spalten entstehen, die dann im Finish zu sehen wären. Nachdem alle Einleger mit Sekundenkleber fixiert waren, wurden sie bis auf das Deck herunter geschliffen. Danach wurde auch die Außenseite versiegelt.

Der Cockpitausbau

Eine der größten Herausforderungen am Modell stellte der Ausbau des Cockpits dar. Ein paar Holzplatten zu Sitzen und einem Der Cockpitausbau - eine der größten Herausforderungen bei der CoolmanCockpit zusammen zu kleben soll so schwierig sein? Wenn es sauber aussehen soll schon. Das reine Zusammenkleben der einzelnen Bauteile war auch gar nicht so schwierig. Die Details sind das, was ein solches Boot ausmachen. Das Cockpit selbst war auch schnell gebaut, allerdings gestaltet sich die das Aufkleben des hinteren Decks und der Cockpitumrandung ebenfalls als etwas schwierig, da auch hier darauf geachtet werden muss, dass die Deckswölbung später sauber zum Rest des Bootes passen muss.
Nachdem das Cockpit ohne die Innenausstattung fertig war, war es wieder Zeit für unsere sehr beruhigende Lieblingsarbeit – Schleifen. Viele Durchgänge, säubern und Lackieren sollten folgen. Insgesamt zwölf Mal wurde der Rumpf lackiert, geschliffen und poliert bis die Oberfläche so war wie gewünscht. Danach folgte noch das Lackieren der Rumpfunterseite in Elfenbein-weiß und das silberne Ablinieren der Wasserlinie. Das ganze wurde dann noch einmal final mit Klarlack überzogen und fertig war der Rumpf.

Modellbauer – kein Möbelbauer

Für jemanden, der eigentlich aus dem Rennbootbereich kommt, sind Details wie gepolsterte Ledersitze im Modell wirklich etwas ganz neues. Auch der Bau des Lenkrades war recht interessant. Dieses besteht nämlich aus drei Teilen. Das mittlere Teil ist ein Sitze polstern - auch eine neue ErfahrungRing mit den Speichen und der Nabe, die beiden anderen sind Ringe, die vorne und hinten auf den „Speichenring“ geklebt werden. Das ergibt ein schönes aber eckiges Lenkrad. Und wie wird das nun rund? Klar, man könnte einige Abende damit verbringen, den Kranz von Hand rund zu schleifen. Doch dafür musste es einen einfacheren Weg geben. Nach etwas Nachdenken war die Lösung relativ simpel. Schraubt man das fertig verklebte Lenkrad auf einen Mitnehmer eines Multi-Tools, z.B. den Dremel 8200, und lässt diesen langsam laufen, kann man die Rundung vorsichtig mit Schleifpapier modellieren. Wenn man dann immer feineres Papier nimmt, lässt sich die Oberfläche perfekt polieren.

www.absima.com

Auf dem Cockpitboden wurde feinstes braunes Wildleder verlegt, man mochte dort ja weich laufen – wenn auch nur theoretisch. Als schwierigster Teil des Cockpits erwiesen sich die Sitze der Coolman 13“. Nach einigen versuchen durfte hier der lokale Lederwarenhändler aushelfen, was zu einem Ergebnis führte, dass durchaus zu überzeugen weiß. Ein bisschen weiches Leder an die Seitenwände des Cockpits, ein paar schöne Details wie Instrumente im Armaturenbrett verbaut – fertig ist das Cockpit.

Elektronik-Einbau

Im Inneren fehlten nun noch einige Komponenten, wie Servo, Empfänger, Regler und Akku. Diese haben alle ihren Platz im Modell. Empfänger und Lenkservo sitzen auf dem rechten Bänkchen im Motorraum, direkt neben dem Jetantrieb. Auf der Alle Elektronik-Komponenten haben ihren festen Platzgegenüberliegenden Seite, auf einem weiteren Bänkchen liegt der Akku, ein 1000 mAh kleiner 3S Lipo. Die Ruder- oder besser Düsenanlenkung erfolgt über ein 1,5 mm starkes Federstahl-Gestänge , das im Rumpf in einem Gummibalg läuft.
Der Regler liegt vorne quer im Rumpf. Durch die vielen Spanten mit ihren Streben lassen sich die Kabel sauber im Inneren verlegen, ohne Gefahr zu laufen, dass diese sich in drehenden Teilen des Jets verfangen.
Zu guter letzt wurden die ganz neu für das Modell erhältlichen Beschlagteile von Kuhlmann verbaut. Eine wunderschöne Windschutzscheibe mit verchromtem Edelstahl-Rahmen und Klampen machen den kleinen Renner zusammen mit den Chrom-Trimmklappen zu einem wahren Blickfang.

Jungfernfahrt

Bei schönem Frühlingswetter konnte es mit der Coolman 13“ endlich ins Wasser gehen. Der kleine Bauer-Jet beschleunigt das Boot auf eine maßstäblich recht flotte Höchstgeschwindigkeit. Durch den Jet-Antrieb ist das Modell sehr wendig und dreht beinahe auf der Stelle. Allerdings nur so lange man Gas gibt, da sonst kein Wasser angesaugt und ausgepumpt wird. Kein Wasser – kein Vortrieb.

Coolman in ActionDas Fahrbild der Kleinen ist richtig beeindruckend. Nach kurzer Zeit kommt das Modell ins Gleiten. Man sollte allerdings ein Springen über Wellen vermeiden, denn wenn das Heck in der Luft ist, wird logischerweise kein Wasser durchgesetzt. Das Boo klatscht auf das Wasser und muss quasi erneut anfahren. Das Jet-Fahren ist etwas ganz anderes als das „normale“ Bootfahren und macht nach einer kleinen Eingewöhnung riesig Spaß.

Fazit:

Bootsbau in Holz macht Spaß. Noch mehr Spaß macht es, einen Holzbaukasten von Kuhlmann Modellbautechnik zu bauen. Die Qualität der Bauteile ist absolut überragend. Die Anleitung ist für ein Bootsmodell sehr detailliert mit vielen 3D-Zeichnungen – absolut vorbildlich. Die Idee, ein derart kleines Modell mit einem Jet-Antrieb zu versehen, ist absolut einmalig. Dieses Modell dann auch um den Bauer-Jet herum zu konstruieren, sodass alles absolut perfekt ineinander passt macht den Bau dieses Bootes zu etwas ganz Besonderen. Die Fahrleistungen sind für ein Boot dieser Größe absolut in Ordnung – es ist ja schließlich kein Rennboot. Alles in allem ein richtig tolles Boot. Bei der Qualität dieses Bausatzes freuen wir uns schon auf die nächsten Tests von Kuhlmann Booten – die große Coolman ist bereits in Arbeit.

Benni Schleich

 

CoolmanTechnische Daten:

Modell: Kuhlmann Coolman 13“

Rumpflänge: ca. 340 mm

Breite: 154 mm

Gewicht fahrbereit: ca. 600 gr.

 

Ausrüstung des Testmodells:

Antrieb: Bauer Jet 19 BM

Regler: Bauer G-Control 40

 

 

 

 

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